24.04.2016, Trotz Nachrüstungen kein Tesla- Brückenprotest gegen Atomkraft

Am vergangenen Sonntag fanden an sieben verschiedenen Brückenübergängen am Rhein Protestveranstaltungen gegen die Atomkraft statt, an welchen sich 300 bis 10'000 Demonstrierende, je nach Region, beteiligten.

An der Rheinbrücke Hohentengen-Kaiserstuhl trafen sich gutDer Anlass zur Demo 400 Protestierende anlässlich des 30. Jahrestages der AKW-Katastrophe in Tschernobyl und des 5. Jahrestages von Fukushima.

„Meinen Protest gegen Atomkraft zeige ich bewusst nicht nur in Berlin, sondern hier an der Schweizer Grenze, wo mit Beznau 1 unweit von uns das älteste Atomkraftwerk der Welt steht. Auch das Kraftwerk Leibstadt dürfte nach deutschem Recht nicht mehr betrieben werden“, sagt Peter Schanz, Bundestagsabgeordneter und Gemeinderat.

Regula Ryz und Dieter Andermatt allen voranNebst Schanz sprachen auch die Parlamentarische Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter, Heini Glauser von Greenpeace, SPS und „Schweizerischer Energiestiftung“, Iris Frei von „Nie wieder Atomkraftwerke Aargau“ und „Menschenstrom gegen Atom“, sowie Regula Rytz, Nationalrätin und Co-Präsidentin Grüne/Schweiz zu den Demonstrierenden.

Eröffnet wurde die Kundgebung Rosi Drayer Lucia Gillesen Astrid Andermatt zusammen mit Heini Glauserdurch Rosi Drayer, Co-Präsidentin von „LoTi - Nördlich Lägern ohne Tiefenlager“, welche zu einer Schweigeminute für die Tausenden von Opfern und Leidtragenden der beiden Atomunfälle aufrief.

Iris Frei entschuldigte sich bei den deutschen Teilnehmenden, dass es der schweizerischen Opposition gegen Atomkraft noch nicht gelungen ist, einen verbindlichen Ausstieg aus dieser gefährlichen Technologie zu erwirken, setzt aber leise Hoffnungen auf die Abstimmung im kommenden Herbst. Sie moniert ebenfalls, dass die Verantwortlichkeit für das Betreiben der Atommeiler zwischen dem ENSI, dem Eidgenössische Nuklearinspektorat, den Verantwortlichen in der Politik und den Betreibern der Kraftwerke hin und hergeschoben wird.

Heini Glauser, bekannt in erster Linie als Organisator der mittlerweilen 1019. Mahnwache vor dem ENSI-Gebäude, berichtete, Demodass er anlässlich dieser Mahnwachen von Mitgliedern der Aufsichtsbehörde bedroht worden sei und stellte die Frage, wie glaubwürdig eine Behörde sei, welche die Sicherheit der Schweizer AKW’s garantiert, selber aber nur eine zwölfköpfige Piketttruppe habe, falls eben doch ein Unfall geschehen sollte!

Rita Schwarzelühr-Sutter verspricht, sich als Staatssekretärin im Umweltministerium in Berlin, für mehr Druck auf die Schweizer Bundesbehörden einzusetzen, damit die „Methusalem- Reaktoren“ abgestellt werden. Sie meint, „dass trotz Nachrüstungen aus einem Oldtimer kein Tesla gemacht werden könne“ und dass sie keine Versuchskaninchen im Herzen Europas dulde. Sie ist überzeugt, dass der einzig richtige Weg, derjenige hin zu den Erneuerbaren sei.

GesangsquintettRegula Ryz, beginnt ihren Aufruf damit, dass sie keineswegs stolz auf den Titel sei, dass in der Schweiz mit Beznau 1 der älteste Reaktor der Welt laufe. Sie zitiert Michail Gorbatschow „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Sie erinnert daran, dass nach einem Atomunfall kein Zurück zur Tagesordnung mehr möglich sei, denn dies bleibe immer ein Katastrophenszenario. Das Zurückkrebsen unseres Parlaments Laufzeitbeschränkungen für Atomkraftwerke einzuführen, bedauert sie sehr und betont, dass die Schweiz momentan unsicherer sei als vor Fukushima. Damals forderten nämlich gar die Betreiber, dass die alten Reaktoren durch neue ersetzt werden müssten, da sie gefährlich seien. Nach der Erklärung des Bundesrates und des Parlaments, dass in der Schweiz keine neuen AKW’s mehr gebaut werden sollten, erreichten die Betreiber durch An vorderster Front die Referentinnen  und ReferentenLobbieren, dass es keine Laufzeitbeschränkungen mehr gibt, sondern die Kraftwerke betrieben werden dürfen, solange ihre Sicherheit garantiert sei. Auch sie hofft, dass die Abstimmung im Herbst klare Verhältnisse schaffen wird und die AKW’s schrittweise abgestellt werden können.

Die Kundgebung war eindrücklich und verlief absolut friedlich. Zu hoffen ist, dass bei einer nächsten Kundgebung der geregelte Atomausstieg in der Schweiz gefeiert werden kann!

 
Stellungnahme zu Sachplan Geologisches Tiefenlager

Lesen Sie hier die aktuelle pdfStellungnahme vom 11.02.2016

 
Vorankündigung: NUCLEAR PHASEOUT CONGRESS

Am Montag 21. März 2016 in Zürich 

Sehen Sie pdfhier den Flyer.

 
Nördlich Lägern wieder in der Auswahl

Lesen Sie hier den aktuellen Leserbrief vom 10. September 2015:

pdfLoTi-Leserbrief10-09-2015.pdf

 
Mahwache in Marthalen

Jeden Donnerstag findet von 17-18 Uhr eine Mahnwache in Marthalen statt. Genaure Infos finden sie hier.

 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 12